Die bunte Lärmbox war ein Anziehungspunkt, der von vielen, besonders jungen Menschen gezielt angesteuert wurde.
Ein ganz besonderer Dank geht an Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Kirchenpräsident Dr. Volker Jung. Beide haben sich, trotz knapper Terminplanung, sehr viel Zeit genommen, um mit uns und unseren Besuchern über die Probleme der Verlärmung zu sprechen. In der Rückgewinnung von Ruhe und Stille in unseren Lebens- und Erholungsbereichen stehen sie an unserer Seite.
Die Ausstellung war ein voller Erfolg. Sehr viele Interessierte haben uns angesprochen und wir hatten viele angeregte und informative Gespräche. Auch hat die direkte Ansprache von Passanten zu vielen Diskussionen geführt. Man konnte spüren, dass die Belastung durch Flugverkehr mehr und mehr erkannt wird und bei immer mehr Menschen zu Betroffenheit führt.
Großes Interesse gab es wieder an den Flugrouten und den Zukunfts-Erwartungen. Erstaunen und Entsetzen war die häufige Reaktion auf unsere Erläuterungen über die Gefährdung und Belastung durch Feinstaub aus den Flugzeugtriebwerken.
Unsere Petition fand reichlich Zuspruch und Unterstützung in Form von Unterschriften. Wir werden diesen Weg wie geplant weiter verfolgen.
Anerkennung und Ermunterung gaben uns demonstrative, gezielte Besuche von Frau Ministerpräsidentin Malu Dreyer zusammen mit Herrn Oberbürgermeister Michael Ebling, Ortsvorsteherin Frau Ursula Groden-Kranich, Herr Wolfgang Reichel MDL, Herr Dr. Eckart Lensch, SPD Fraktionsvorstand Mainz und vielen Weiteren.
Neben der Präsenz am Stand hatten wir Gelegenheit den Verein "Lebenswertes Mainz und Rheinhessen" Live auf der Antenne Mainz Bühne dem anwesenden Publikum und den Hörern von "Antenne Mainz 106,6" vorzustellen.
4.500 Menschen demonstrierten am Samstag, trotz Dauernieselregen und Kälte, gegen den immer mehr zunehmenden Verkehrslärm, der uns alle krank macht und unsere Zukunft gefährdet. Die Bahnlärmgegner aus dem Rheintal schlossen sich mit den Fluglärmgeschädigten des Frankfurter Flughafens zusammen.
Weiterlesen >>Für die Inititiave gegen Fluglärm in Rheinhessen hat der Besuch des Bundespräsidenten noch ein 'Nachspiel':
Weiterlesen >>Die folgenden Grafiken, die wir auch schon auf der Rheinland-Pfalz Ausstellung 2013 zeigten, veranschaulichen in eindringlicher Weise das Ausmaß der Verlärmung von Mainz und Rheinhessen. Das erste Bild stellt die Flugrouten für An- und Abflüge dar. Die sogenannte "Südumfliegung", die besser "Südüberfliegung" heissen sollte ist rot dargestellt. Die Routen für Anflüge über Rheinhessen und Mainz, wenn der Wind aus Osten kommt, der sogenannte Ostbetrieb oder auch Betriebsrichtung 07, sind lila dargestellt.
Weiterlesen >>Der Verein Für Flörsheim e. V. lädt zu einer Informattionsveranstaltung mit Prof. Greiser ein:
Dass sein 6 jähriges Kind jeden Morgen bei Ostwind um 5 Uhr durch Fluglärm geweckt wird, hatte ein Mainzer Bürger zum Anlass genommen sich bei der Fraport AG zu beschweren.
Die Antwort der Fraport AG vom 14. März 2013 negiert die schweren Gesundheitsgefahren für Kinder durch Fluglärm und verhöhnt den besorgen Vater mit zynischen Belehrungen. „In vielen Studien hatte sich gezeigt, dass Kinder im Allgemeinen nicht so empfindlich auf Umweltlärm bzw. Verkehrslärm reagieren wie Erwachsene und ein eher lärmresistentes Schlafverhalten zeigen. Sie werden sicher verstehen, dass wir keine individuellen Verhaltenstipps geben können und dürfen.“
Weiter heißt es im Schreiben: „Studien zur Schlafqualität von Kindern haben gezeigt, dass Kinder wesentlich schwerer durch Geräusche aufzuwecken sind als Erwachsene, Kinder diesbezüglich also eine gewisse Lärmresistenz aufweisen. Insofern sollten Kinder auch in Mainz ein normales Schlafverhalten zeigen.“
Zum einen ist die Aussage, dass Kinder ein lärmresistentes Schlafverhalten zeigen, wissenschaftlich nicht haltbar. „Kinder werden wissenschaftlich als besonders leicht verletzliche Gruppe angesehen“ sagt Prof. Beutel von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, die in Mainz eine Schlafambulanz und ein Schlaflabor betreibt. „Das Nachtflugverbot berücksichtigt nicht die Schlafzeiten von Kindern: Kinder verbringen mehr Zeit im Bett und müssen zu Zeiten maximaler Lärmbelästigung schlafen. Dabei wissen wir, dass sich bei Kindern selbst geringfügige Störungen des Schlafs sehr nachteilig auf die Entwicklung auswirken können.“ Es ist seit vielen Jahren in der Wissenschaft bekannt, insbesondere durch die Ergebnisse der RANCH Studie, dass Kinder sehr empfindlich auf Lärm reagieren (Stansfeld et al, Lancet 2005: 365: 1942).
Es steht ebenfalls fest, dass Fluglärm Bluthochdruckentwicklungen bei Kindern fördert und mit psychomotorischen Entwicklungsstörungen zu rechnen ist.
„Die Äußerungen der Fraport AG sind ein Schlag ins Gesicht aller fluglärmgeplagten Einwohner in der Rhein-Main-Region, insbesondere von besorgten Eltern“ so der Kardiologe und Mitglied des Vorstands der Stiftung Mainzer Herz und der Gesundheitsregion Rheinhessen, Prof. Dr. Thomas Münzel.
„Die Tatsache, dass Fraport nach wie vor die gesundheitlichen Auswirkungen von Lärm verharmlost, zeigt, dass man das in vielen Studien schon nachgewiesene Problem der Gesundheitsgefährdung durch Fluglärm und damit auch die Sorgen der BürgerInnen nach wie vor nicht ernst nimmt“, führt Prof. Münzel weiter aus. „Es ist zynisch, dass Fraport dem Kind quasi vorwirft, kein „normales“ Schlafverhalten zu haben und selbst daran Schuld sei, dass es durch Einzelschallpegel von über 80 dB aufwacht“.
Hinzu kommt die Tatsache dass viele Kinder in der Nähe ihres Elternhauses zur Schule gehen und auch dort dem Lärm der Flugzeuge ausgesetzt sind - eine inakzeptable Situation, ergänzt Jochen Schraut, Vorsitzender der Initiative gegen Fluglärm Mainz e.V.
Die Stiftung Mainzer Herz, die Gesundheitsregion Rheinhessen und die Initiative gegen Fluglärm Mainz e.V. fordern gemeinsam zum Schutz der Gesundheit und der Entwicklung unserer Kinder:
Bei der zweiundfünfzigsten Montagsdemonstration im Frankfurter Flughafen hielt Pfarrerin Silke Alves-Christe von der evangelisch-lutherischen Dreikönigsgemeinde in Frankfurt, eine tief beeindruckende Rede, die wir, mit ihrer Erlaubnis, hier gerne wiedergeben.
Liebe Mitstreiter und Mitstreiterinnen!
Wenn ich mich samstags bei der Predigtvorbereitung nicht konzentrieren kann, dann freue ich mich darauf, am Montag wieder mit Ihnen allen hier zu sein. Wenn ich auch sonntags um 5 Uhr aus dem Schlaf gerissen werde und bis zum Gottesdienst keine Ruhe mehr finde, dann hilft es mir zu wissen, dass ich am Montag wieder mit Ihnen allen im Terminal demonstrieren werde. Sie alle, die Sie hier sind, geben mir Kraft, die Woche unter der Überflugbelastung etwas besser zu bestehen. Dafür möchte ich jedem und jeder einzelnen herzlich danken. Auch dafür danke ich Ihnen, daß Sie ja nicht nur für sich selber hier stehen, sondern auch stellvertretend für die, die gar nicht die Kraft und das Geldund die Gesundheit haben, um Montagfür Montag hier dabei zu sein.
Wenn Politiker - gleich welcher Partei - mit Kirchenvertretern zusammentreffen, dann betonen sie jedesmal, wie wichtig für unsere Gesellschaft christliche Werte seien.
Auch von Schäfer-Gümbel, ja sogar von Koch und von Bouffier habe ich das schon gehört. Angesichts der extremen Belastung großer Teile der Bevölkerung durch ständige Überflüge frage ich mich, was solche "Sonntagsreden" von Politikern wirklich wert sind und möchte heute einmal daran erinnern, was christliche Werte wirklich sind. Ich habe mir dazu das Naheliegendste ausgesucht und möchte kurz zu einigen der 10 Gebote der Bibel Stellung nehmen.
Das 1. Gebot lautet: Ich bin der Herr, dein Gott. Du sollst nicht andere Götter haben neben mir:
Viele Wirtschaftsunternehmer unserer Tage haben einen erstaunlich festen, unerschütterlichen Glauben. Sie glauben unbeirrbar an ein nicht endendes Wachstum. Sie glauben, daß es immer so weitergehen kann mit ihrer Gewinnmaximierung. Ihr Götzendienst ist die Anbetung von Geld, Gewinn und Rendite. Sie sind vernarrt in ihren Profit. Die Bibel nennt solche Götter Mammon und sagt: Du kannst nicht Gott dienen und dem Mammon.
Wir alle hier sind Opfer eines solchen Irrglaubens, einer solchen Vergötterung des Wachstums. Menschen, die eine Wachstumsideologie als Götzen anbeten, verlieren den Blick dafür, wie sehr sie anderen Menschen Schaden zufügen.
Das 2.Gebot: Du sollst den Namen Gottes nicht mißbrauchen.
Dazu möchte ich nur sagen: man soll auch das C für „christlich“ nicht mißbrauchen, d.h. nicht im Namen führen, wenn man nicht bereit ist, sich seinen Mitmenschen gegenüber christlich zu verhalten, sprich: sich dafür einzusetzen, daß Menschen nicht länger unerträglichen Belastungen ausgesetzt werden.
Das 3. Gebot: Du sollst den Feiertag heiligen.
Ich bin davon überzeugt, daß es für unser aller Gesundheit wichtig ist, einen Tag in der Woche herauszunehmen aus dem Jagen nach Gewinn, daß es allen gut tun würde, einen Tag zu ruhen von unseren Werken. Mir gefällt ein Slogan, mit dem die Kirche sich für den Schutz des Sonntags einsetzt. Er lautet: Ohne Sonntag gibt‘s nur noch Werktage. Aber bei uns unter der Einflugschneise gibt es sowieso nur noch Werktage. Wenn schon um 5 Uhr die Sonntagsruhe zerrissen ist, dann wird es mir als Christin verwehrt, den Sonntag heilig zu halten. Die Formulierung unseres Grundgesetztes, daß der Sonntag als Tag der seelischen Erhebung gesetzlich geschützt ist, empfinde ich als Hohn.
Das 5. Gebot: Du sollst nicht töten.
Martin Luther hat erklärt, daß dieses Gebot viel weiter zu fassen ist als nur auf direkte Tötungsdelikte:
Er schrieb im Kleinen Katechismus: Was ist das?
Wir sollen Gott fürchten und lieben,dass wir unserm Nächsten an seinem Leibe keinen Schaden noch Leid tun, sondern ihm helfen und beistehen in allen Nöten.
Diese Hilfe ist genau das, was wir unter der Einflugschneise dringend brauchen.
Einen solchen Hilferuf trage ich jeden Montag auf meinem Schild mit mir herum.
Darauf habe ich geschrieben:
Ich brauche Hilfe!
Ich kann mich nicht mehr konzentrieren!
Ich kann nicht mehr (ausreichend) schlafen!
Ich kann nicht ungestört arbeiten!
Ich kann nicht mehr in Ruhe lesen!
Ich kann mich nicht mehr entspannen!
Ich lebe in einem Unrechtsstaat, der die Geldgier der Fraport höher achtet als mein Recht auf körperliche Unversehrtheit.
Das 6.Gebot: Du sollst nicht ehebrechen.
Zu allem Schaden, den die Flughafenerweiterung unserer Region gebracht hat, muß ich als Seelsorgerin hinzufügen, daß die Überflugbelastung sogar den Bestand von Ehen und Familien gefährdet. In vielen Häusern unter der Einflugschneise steigt die Gereiztheit. Der Haussegen hängt schief. Etwa so: Er will nur noch weg, sie kann sich nicht vorstellen ihre Heimat zu verlassen. Was für eine Zerreißprobe wird den Ehen und Familien zugemutet!
Es darf doch nicht sein, daß Fraport auch noch die Scheidungsrate erhöht!
Das 7. Gebot: Du sollst nicht stehlen.
Eigentum und Besitz sind in unserem Rechtsstaat nicht mehr geschützt. Stille Enteignung, besser gesagt laute Enteignung ist an der Tagesordnung, wenn Häuser und Grundstücke von einem Tag auf den anderen eine solche Wertminderung erfahren.
Zum Schluß noch kurz zum 8. Gebot: Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Sie alle wissen, wie viele Lügen, gefälschte Statistiken, Gefälligkeitsgutachten, geschönte Berechnungen, gebrochene Versprechen und falsche Versprechungen diese Landebahn überhaupt erst möglich gemacht haben. Eine Landebahn, die auf so viel Lug und Trug gebaut ist, darf keinen Bestand haben.Eine Fehlentscheidung wird nicht dadurch richtig, daß sie teuer war.
Ich rufe alle, die christliche Werte im Munde führen, dazu auf, ihrer Rede auch Taten folgen zu lassen. Und ich rufe alle, die andere Götter verehren, die Götter des Profits und des Geldes, dazu auf, sich wenigstens an das Grundgesetz zu halten.