Krank durch Lärm

Das Thema Gesundheit, bzw. Krankheiten, die durch Fluglärm ausgelöst werden, tritt in der Diskussion um den Flughafenausbau immer mehr in den Vordergrund. Besonders der Wortbruch der hessischen Landesregierung beim Nachtflugverbot wird starke Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen in Mainz und Rheinhessen haben.

ErkrankungNacht 55dB(A)
  Männer Frauen
Sämtliche Herz- und Kreislaufkrankheiten 42% 115%
Schlaganfall 66% 139%
Koronare Herzkrankheit 37% 110%
Anstieg des Erkrankungsrisikos für stationär behandelte Krankheiten bei Männern und Frauen ab dem 40. Lebensjahr ohne die Möglichkeit der Finanzierung von Schallschutzmassnahmen durch den Flughafen (Aus: Risikofaktor nächtlicher Fluglärm, Greiser, 03/2010, vollständige Studie siehe weiter unten)

WHO-Bericht, Lärm raubt jährlich eine Million Lebensjahre

Nina Weber, Spiegel Online, 2011
tnwho

Flugzeuglärm reißt Anwohner aus dem Schlaf, der Geräuschpegel naher Straßen führt zu Gereiztheit, Bluthochdruck, Tinnitus. WHO-Forscher haben jetzt berechnet, wie stark ständiger Krach die Gesundheit der Europäer belastet - und kommen auf erschreckende Zahlen.

Fluglärm und intellektuelle Leistungsfähigkeit von Kindern

Prof. Dr. Med. Kaltenbach, Dr. med. Bartels, 01/2006
tnleistungkinder

Fluglärm beeinträchtigt die schulische Leistungsfähigkeit von Kindern deutlich stärker als bislang angenommen. Das belegen neue Untersuchungen aus vier Ländern der europäischen Union. Die Lesefähigkeit und die Gedächtnisfunktionen sind signifikant verschlechtert, wenn die Schulen in einem fluglärmbelasteten Gebiet liegen.

Risikofaktor nächtlicher Fluglärm

Dr. Eberhard Greiser, Claudia Greiser, 03/2010
risikonacht

Abschlussbericht über eine Fall-Kontroll-Studie zu kardiovaskulären und psychischen Erkrankungen im Umfeld des Flughafens Köln-Bonn

Nächtlicher Fluglärm und Arzneimittelverbrauch

Prof. Dr. Eberhard Greiser, Dr. Katrin Janhsen, Claudia Greiser, 11/2006
nachtarznei

Kurzfassung des Abschlussberichtes des Forschungsprojektes „Beeinträchtigung durch Fluglärm: Arzneimittelverbrauch als Indikator für gesundheitliche Beeinträchtigung“

Feldstudie im Umkreisdes Flughafens Frankfurt

Prof. Dr. med. M. Kaltenbach, Dr. med. Y. Aydin, 2002/2003
lfeld

Fluglärm (50 dB(A)) nachts führt zu subjektiver Belästigung, Schlafstörungen und Blutdruckanstieg. Herz-Kreislauferkrankungen sind die häufigste Ursache für Morbidität und Mortalität (doppelt so viel wie alle Krebsformen). Blutdruckerhöhungum 10 mm Hg bewirkt eine Verdoppelung des Risikos für Herzinfarkt und Schlaganfall.

Nächtliches Erwachen durch Fluglärm

C. Maschke, K. Hecht, U. Wolf, 2001
nerwachen

Von den anwesenden Experten [...] wurde übereinstimmend ein nächtlicher Maximalpegel von 52 bis 53 dB(A) als Beginn für vegetative Beeinträchtigungen angesehen. Nach heutigem Kenntnisstand ist daher als minimales Schutzziel zu fordern, dass regelmäßige nächtliche Maximalpegel von 52 dB(A) am Ohr des Schläfers vermieden bzw. unterschritten werden sollten.

Gesundheitliche Auswirkungen von Fluglärm

Martin Kaltenbach, Christian Maschke, Rainer Klinke, 08/2008
auswirkungen

Fluglärmbedingte Dauerschallpegel im Wohnumfeld außerhalb von Gebäuden von 60 dB(A) tagsüber und 45 dB(A) in der Nacht sind mit einer Zunahme von arterieller Hypertonie assoziiert, die bei zunehmendem Fluglärmpegel weiter ansteigt.

Die NaRoMI-Studie (Verkehrslärm und Herzinfarkt)

Dr. Wolfgang Babisch, 2004
naromi

Bei Männern war die Belästigung durch Straßenverkehrslärm und bei Frauen die Belästigung durch Fluglärm in der Nacht signifikant mit einem höheren MI-Risko verbunden. Die Ergebnisse unterstützen die Hypothese, dass chronische Verkehrslärmexposition das Risiko für ischämische  Herzkrankheiten erhöht.

Nächtlicher Fluglärm - Er macht doch krank

Prof. Dr. med. Martin Kaltenbach, Dr.-Ing. Christian Maschke, 10/2011 (Deutsches Ärzteblatt)
dochkrank

Die Datenlage verdichtet sich, dass Lärm zu vermehrtem Auftreten von Hypertonie, Herzinfarkt und Schlaganfall führt.

Ärztetag 2012 fordert besseren Schutz vor Gesundheitsschäden durch Fluglärm

Presseerklärung 115. Deutscher Ärztetag, 5/2012

Der 115. Deutsche Ärztetag hat in seinem Beschluss Bund und Länder aufgefordert,  die Bevölkerung in Deutschland "nachhaltig und umfassend vor dem Folgen des Flugverkehrs durch Abgase und Lärmemissionen zu schützen". "Bestehende Lärmberechnungsverfahren seien unhaltbar, verharmlosten die Risiken und schützten die Verursacher..." so die vernichtende Kritik an der Fluglärmgesetzgebung. weiterlesen -> Arbeitskreis-Ärzte-gegen-Fluglärm